FENa-Rechner (fraktionelle Natriumexkretion)

Dieser FENa-Rechner berechnet die fraktionelle Natriumexkretion aus vier Laborwerten: Natrium und Kreatinin, jeweils im Urin und im Plasma. Beispiel: Urin-Natrium 20 mmol/l, Plasma-Natrium 140 mmol/l, Urin-Kreatinin 100 mg/dl und Plasma-Kreatinin 2 mg/dl ergeben eine FENa von 0,29 % – unter 1 %, dem Bereich, der für prärenale Ursachen einer akuten Nierenschädigung beschrieben ist.

Quelle: Espinel CH. The FENa test. Use in the differential diagnosis of acute renal failure. JAMA 1976;236(6):579–581, doi:10.1001/jama.236.6.579 (prärenale Azotämie: FENa unter 1; akute Tubulusnekrose: über 3). Stand: .

mmol/l
Spontanurin. mmol/l und mEq/l sind bei Natrium gleich.
mmol/l
mg/dl
mg/dl
Für die FEUrea. Einheit beliebig – aber dieselbe wie beim Plasmawert.
Dieselbe Einheit wie beim Urinwert. Beide Felder leer lassen, um die FEUrea zu überspringen.
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Ergebnis

Ergebnis
FENa = 0,29 % – unter 1 %, der für prärenale Ursachen beschriebene Bereich
Werte
GrößeErgebnis
Natrium Urin/Plasma0,1429
Kreatinin Urin/Plasma50
Fraktionelle Natriumexkretion (FENa)0,29 %
Bereichunter 1 %, der für prärenale Ursachen beschriebene Bereich
Rechenweg
  • FENa = (20 × 2) ÷ (140 × 100) × 100 = 0,29 %.
Bereiche aus der Literatur
BereichBeschrieben bei akuter Nierenschädigung mit Oligurie
FENa < 1 %→ prärenale Azotämie (Espinel 1976; MSD Manual)
FENa 1–3 %über der 1-%-Grenze für tubuläre Schädigung (MSD Manual), unter Espinels Bereich für die akute Tubulusnekrose
FENa > 3 %akute Tubulusnekrose (Espinel 1976)
FEUrea ≤ 35 %prärenale Ursache, auch unter Diuretika (Carvounis 2002)
Ein Rechenwert zur Orientierung – er ersetzt keine ärztliche Beurteilung und ist keine Diagnose. Die Bereiche wurden für die akute Nierenschädigung mit geringer Urinmenge beschrieben; außerhalb dieser Situation gelten sie nicht. Diuretika, chronische Nierenerkrankung, Kontrastmittel, Herz- oder Leberversagen, Glomerulonephritis und Harnabflussstörungen können den Wert in beide Richtungen verschieben. Die Einordnung gehört in ärztliche Hand, zusammen mit dem klinischen Bild und den übrigen Befunden.

So wird gerechnet

Die fraktionelle Natriumexkretion (FENa) ist der Anteil des in den Nieren filtrierten Natriums, der im Urin landet. Sie wird bei akuter Nierenschädigung mit geringer Urinmenge herangezogen, um eine prärenale Ursache – zu wenig Blut erreicht die Nieren – von einer Schädigung der Nierenkanälchen zu unterscheiden. Gesunde, aber minderdurchblutete Tubuli halten Natrium zurück, der Wert ist dann niedrig; geschädigte Tubuli können das nicht.

Formel

FENa (%) = (Urin-Natrium × Plasma-Kreatinin) ÷ (Plasma-Natrium × Urin-Kreatinin) × 100. Anders gesagt: das Urin/Plasma-Verhältnis von Natrium geteilt durch das Urin/Plasma-Verhältnis von Kreatinin. Weil Kreatinin im Zähler und im Nenner steht, kürzt sich seine Einheit heraus – solange Urin und Plasma dieselbe haben. SI-Befunde nennen Plasma-Kreatinin oft in µmol/l und Urin-Kreatinin in mmol/l; der Rechner multipliziert den Urinwert dann mit 1.000.

Durchgerechnetes Beispiel

Urin-Natrium 20 mmol/l, Plasma-Natrium 140 mmol/l, Urin-Kreatinin 100 mg/dl, Plasma-Kreatinin 2 mg/dl: (20 × 2) ÷ (140 × 100) × 100 = 0,29 %. Mit Urin-Natrium 60 mmol/l, Urin-Kreatinin 40 mg/dl und Plasma-Kreatinin 4 mg/dl ergibt sich (60 × 4) ÷ (140 × 40) × 100 = 4,29 %. In SI-Einheiten lautet das erste Beispiel 8,84 mmol/l im Urin und 177 µmol/l im Plasma und führt zu denselben 0,29 %.

Wie der Wert gelesen wird

FENaBeschrieben fürQuelle
unter 1 %prärenale AzotämieEspinel 1976; MSD Manual
über 1 %tubuläre SchädigungMSD Manual
über 3 %akute TubulusnekroseEspinel 1976

Der Rechner zeigt Werte zwischen 1 % und 3 % als eigenen Bereich, weil die beiden Quellen die Grenze unterschiedlich ziehen. Angezeigt wird der auf zwei Nachkommastellen gerundete Wert, und dieser gerundete Wert wird eingeordnet.

Grenzen des Tests

Die Grenzwerte stammen von Patienten mit akuter Nierenschädigung und wenig Urin; bei normaler Urinmenge sind sie nicht verlässlich. Ein niedriger Wert kommt auch ohne Volumenmangel vor – bei Herz- oder Leberversagen, akuter Glomerulonephritis, Kontrastmittel- oder Pigmentnephropathie und akuter Harnabflussstörung. Ein Wert über 1 % kommt trotz Volumenmangel vor, wenn Diuretika gegeben wurden oder eine chronische Nierenerkrankung besteht. Auch Gesunde haben meist eine FENa unter 1 %; aussagekräftig ist die Zahl nur bei einem akuten Kreatininanstieg.

FEUrea nach Diuretika

Diuretika steigern die Natriumausscheidung und treiben die FENa nach oben. Die fraktionelle Harnstoffexkretion wird genauso berechnet, nur mit Harnstoff statt Natrium, und wird weniger beeinflusst. In einer Studie sprach ein Wert von höchstens 35 % auch unter Diuretika für eine prärenale Ursache. Beispiel: Harnstoff-N im Urin 300 mg/dl und im Plasma 60 mg/dl ergeben mit den Kreatininwerten von oben (300 × 2) ÷ (60 × 100) × 100 = 10 %.

Häufige Fragen

Wie wird die FENa berechnet?

FENa = (Urin-Natrium × Plasma-Kreatinin) ÷ (Plasma-Natrium × Urin-Kreatinin) × 100. Mit 20, 2, 140 und 100 ergibt das 0,29 %. Alle vier Werte sollten aus Proben vom selben Zeitpunkt stammen.

Was bedeutet eine FENa unter 1 %?

Bei akuter Nierenschädigung mit geringer Urinmenge wurden Werte unter 1 % für prärenale Ursachen beschrieben: Die Tubuli arbeiten noch und halten Natrium zurück. Derselbe niedrige Wert findet sich bei mehreren anderen Erkrankungen und bei Gesunden – für sich allein ist er nicht deutbar.

Was bedeutet eine FENa über 1 % oder 3 %?

In der Originalarbeit hatten Patienten mit akuter Tubulusnekrose Werte über 3 %; andere Quellen werten schon Werte über 1 % als Zeichen einer tubulären Schädigung. Diuretika und eine chronische Nierenerkrankung erhöhen den Wert ebenfalls.

Ist die FENa unter Diuretika verwertbar?

Mit Vorsicht: Diuretika steigern die Natriumausscheidung, die FENa kann also trotz prärenaler Ursache über 1 % liegen. Die fraktionelle Harnstoffexkretion wird weniger beeinflusst; geben Sie Harnstoff in Urin und Plasma ein, um sie zu sehen.

Spielen die Einheiten eine Rolle?

Natrium muss in beiden Proben in mmol/l oder mEq/l angegeben sein. Kreatinin darf in jeder Einheit stehen, solange Urin und Plasma dieselbe haben – wählen Sie die SI-Option, wenn Ihr Befund mmol/l für Urin und µmol/l für Plasma nennt.

Brauche ich dafür einen 24-Stunden-Sammelurin?

Nein. Die Formel arbeitet mit Konzentrationen, deshalb genügt eine Spontanurinprobe zusammen mit einer Blutprobe vom selben Zeitpunkt.

Quellen und Rechtsgrundlagen

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