FENa-Rechner (fraktionelle Natriumexkretion)
Dieser FENa-Rechner berechnet die fraktionelle Natriumexkretion aus vier Laborwerten: Natrium und Kreatinin, jeweils im Urin und im Plasma. Beispiel: Urin-Natrium 20 mmol/l, Plasma-Natrium 140 mmol/l, Urin-Kreatinin 100 mg/dl und Plasma-Kreatinin 2 mg/dl ergeben eine FENa von 0,29 % – unter 1 %, dem Bereich, der für prärenale Ursachen einer akuten Nierenschädigung beschrieben ist.
So wird gerechnet
Die fraktionelle Natriumexkretion (FENa) ist der Anteil des in den Nieren filtrierten Natriums, der im Urin landet. Sie wird bei akuter Nierenschädigung mit geringer Urinmenge herangezogen, um eine prärenale Ursache – zu wenig Blut erreicht die Nieren – von einer Schädigung der Nierenkanälchen zu unterscheiden. Gesunde, aber minderdurchblutete Tubuli halten Natrium zurück, der Wert ist dann niedrig; geschädigte Tubuli können das nicht.
Formel
FENa (%) = (Urin-Natrium × Plasma-Kreatinin) ÷ (Plasma-Natrium × Urin-Kreatinin) × 100. Anders gesagt: das Urin/Plasma-Verhältnis von Natrium geteilt durch das Urin/Plasma-Verhältnis von Kreatinin. Weil Kreatinin im Zähler und im Nenner steht, kürzt sich seine Einheit heraus – solange Urin und Plasma dieselbe haben. SI-Befunde nennen Plasma-Kreatinin oft in µmol/l und Urin-Kreatinin in mmol/l; der Rechner multipliziert den Urinwert dann mit 1.000.
Durchgerechnetes Beispiel
Urin-Natrium 20 mmol/l, Plasma-Natrium 140 mmol/l, Urin-Kreatinin 100 mg/dl, Plasma-Kreatinin 2 mg/dl: (20 × 2) ÷ (140 × 100) × 100 = 0,29 %. Mit Urin-Natrium 60 mmol/l, Urin-Kreatinin 40 mg/dl und Plasma-Kreatinin 4 mg/dl ergibt sich (60 × 4) ÷ (140 × 40) × 100 = 4,29 %. In SI-Einheiten lautet das erste Beispiel 8,84 mmol/l im Urin und 177 µmol/l im Plasma und führt zu denselben 0,29 %.
Wie der Wert gelesen wird
| FENa | Beschrieben für | Quelle |
|---|---|---|
| unter 1 % | prärenale Azotämie | Espinel 1976; MSD Manual |
| über 1 % | tubuläre Schädigung | MSD Manual |
| über 3 % | akute Tubulusnekrose | Espinel 1976 |
Der Rechner zeigt Werte zwischen 1 % und 3 % als eigenen Bereich, weil die beiden Quellen die Grenze unterschiedlich ziehen. Angezeigt wird der auf zwei Nachkommastellen gerundete Wert, und dieser gerundete Wert wird eingeordnet.
Grenzen des Tests
Die Grenzwerte stammen von Patienten mit akuter Nierenschädigung und wenig Urin; bei normaler Urinmenge sind sie nicht verlässlich. Ein niedriger Wert kommt auch ohne Volumenmangel vor – bei Herz- oder Leberversagen, akuter Glomerulonephritis, Kontrastmittel- oder Pigmentnephropathie und akuter Harnabflussstörung. Ein Wert über 1 % kommt trotz Volumenmangel vor, wenn Diuretika gegeben wurden oder eine chronische Nierenerkrankung besteht. Auch Gesunde haben meist eine FENa unter 1 %; aussagekräftig ist die Zahl nur bei einem akuten Kreatininanstieg.
FEUrea nach Diuretika
Diuretika steigern die Natriumausscheidung und treiben die FENa nach oben. Die fraktionelle Harnstoffexkretion wird genauso berechnet, nur mit Harnstoff statt Natrium, und wird weniger beeinflusst. In einer Studie sprach ein Wert von höchstens 35 % auch unter Diuretika für eine prärenale Ursache. Beispiel: Harnstoff-N im Urin 300 mg/dl und im Plasma 60 mg/dl ergeben mit den Kreatininwerten von oben (300 × 2) ÷ (60 × 100) × 100 = 10 %.
Häufige Fragen
Wie wird die FENa berechnet?
FENa = (Urin-Natrium × Plasma-Kreatinin) ÷ (Plasma-Natrium × Urin-Kreatinin) × 100. Mit 20, 2, 140 und 100 ergibt das 0,29 %. Alle vier Werte sollten aus Proben vom selben Zeitpunkt stammen.
Was bedeutet eine FENa unter 1 %?
Bei akuter Nierenschädigung mit geringer Urinmenge wurden Werte unter 1 % für prärenale Ursachen beschrieben: Die Tubuli arbeiten noch und halten Natrium zurück. Derselbe niedrige Wert findet sich bei mehreren anderen Erkrankungen und bei Gesunden – für sich allein ist er nicht deutbar.
Was bedeutet eine FENa über 1 % oder 3 %?
In der Originalarbeit hatten Patienten mit akuter Tubulusnekrose Werte über 3 %; andere Quellen werten schon Werte über 1 % als Zeichen einer tubulären Schädigung. Diuretika und eine chronische Nierenerkrankung erhöhen den Wert ebenfalls.
Ist die FENa unter Diuretika verwertbar?
Mit Vorsicht: Diuretika steigern die Natriumausscheidung, die FENa kann also trotz prärenaler Ursache über 1 % liegen. Die fraktionelle Harnstoffexkretion wird weniger beeinflusst; geben Sie Harnstoff in Urin und Plasma ein, um sie zu sehen.
Spielen die Einheiten eine Rolle?
Natrium muss in beiden Proben in mmol/l oder mEq/l angegeben sein. Kreatinin darf in jeder Einheit stehen, solange Urin und Plasma dieselbe haben – wählen Sie die SI-Option, wenn Ihr Befund mmol/l für Urin und µmol/l für Plasma nennt.
Brauche ich dafür einen 24-Stunden-Sammelurin?
Nein. Die Formel arbeitet mit Konzentrationen, deshalb genügt eine Spontanurinprobe zusammen mit einer Blutprobe vom selben Zeitpunkt.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- Espinel CH. The FENa test. Use in the differential diagnosis of acute renal failure. JAMA 1976;236(6):579–581, doi:10.1001/jama.236.6.579 (prärenale Azotämie: FENa unter 1; akute Tubulusnekrose: über 3)
- Steiner RW. Interpreting the fractional excretion of sodium. Am J Med 1984;77(4):699–702, doi:10.1016/0002-9343(84)90368-1 (Ausnahmen: Diuretika, chronische Niereninsuffizienz, Kontrastmittel, Glomerulonephritis, Herz- und Leberversagen)
- Carvounis CP, Nisar S, Guro-Razuman S. Significance of the fractional excretion of urea in the differential diagnosis of acute renal failure. Kidney Int 2002;62(6):2223–2229, doi:10.1046/j.1523-1755.2002.00683.x (FEUrea höchstens 35 % bei prärenaler Ursache, auch unter Diuretika)
- Miller TR, Anderson RJ, Linas SL, et al. Urinary diagnostic indices in acute renal failure: a prospective study. Ann Intern Med 1978;89(1):47–50, doi:10.7326/0003-4819-89-1-47
- MSD Manual Professional Edition: Acute Kidney Injury (AKI) – Tabelle „Urinary Diagnostic Indices“ (FENa = U/P Natrium ÷ U/P Kreatinin; prärenal unter 1 %, tubuläre Schädigung über 1 %; nicht verlässlich ohne Oligurie; Stand Februar 2026)
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