Bremsweg und Anhalteweg berechnen
Geschwindigkeit eingeben: Der Rechner zeigt zwei getrennte Ergebnisse – die Faustformeln aus der Fahrschule, wie sie in der Theorieprüfung gefragt werden, und eine physikalische Rechnung, bei der Sie Reaktionszeit und Straßenzustand (trocken, nass, Schnee, Eis) wählen.
So wird gerechnet
Die Faustformeln aus der Fahrschule
In der Führerscheinausbildung und der Theorieprüfung werden Anhaltewege mit einfachen Faustformeln geschätzt. Dabei setzt man die Geschwindigkeit in km/h ein:
Bremsweg berechnen – so geht's
- Einheit wählen (km/h oder mph) und die Geschwindigkeit eingeben.
- Für die physikalische Rechnung die Reaktionszeit eintragen und den Straßenzustand wählen: trocken, nass, Schnee, Eis oder eine eigene Bremsverzögerung.
- Ablesen: Faustformeln aus der Fahrschule, Anhalteweg nach Physik und der Vergleich aller Straßenzustände.
- Reaktionsweg = (Geschwindigkeit ÷ 10) × 3
- Bremsweg (normale Bremsung) = (Geschwindigkeit ÷ 10) × (Geschwindigkeit ÷ 10)
- Bremsweg bei Gefahrbremsung = (Geschwindigkeit ÷ 10)² ÷ 2
- Anhalteweg = Reaktionsweg + Bremsweg
Beispiel 50 km/h: Reaktionsweg 5 × 3 = 15 m, Bremsweg 5 × 5 = 25 m, Anhalteweg 40 m. Bei einer Gefahrbremsung ist der Bremsweg 25 ÷ 2 = 12,5 m, der Anhalteweg 27,5 m. Bei 100 km/h: 30 m + 100 m = 130 m (Gefahrbremsung: 30 m + 50 m = 80 m).
Die Faustformeln sind Prüfungswissen, keine Messwerte: Sie gelten für trockene Straße, rechnen mit rund einer Sekunde Reaktionszeit und entsprechen einer Verzögerung von etwa 3,9 m/s² (normal) bzw. 7,7 m/s² (Gefahrbremsung). Nässe, Schnee oder Eis berücksichtigen sie nicht.
Die physikalische Rechnung
Bei gleichmäßiger Verzögerung gilt: Anhalteweg s = v · tR + v² ÷ (2 · a). Dabei ist v die Geschwindigkeit in m/s (km/h ÷ 3,6), tR die Reaktionszeit in Sekunden und a die Bremsverzögerung in m/s². Während der Reaktionszeit fährt das Auto ungebremst weiter; danach nimmt die Geschwindigkeit gleichmäßig ab.
Beispiel: 50 km/h = 13,89 m/s, Reaktionszeit 1 s, trocken 8 m/s². Reaktionsweg 13,9 m, Bremsweg 13,89² ÷ 16 = 12,1 m, Anhalteweg 25,9 m.
Woher die Werte für den Straßenzustand stammen
Die Verzögerungen sind Anhaltswerte für einen Pkw mit intakten Reifen und Bremsen:
- trocken 8 m/s²: Für trockenen Asphalt werden über 8 m/s² genannt (Wikipedia „Bremsverzögerung“).
- nass 4 m/s²: Der britische Highway Code (Regel 227) geht bei Nässe von mindestens doppelt so langen Anhaltewegen aus – der Rechner halbiert deshalb die Verzögerung.
- Schnee 2,5 m/s²: Mitte der Spanne 1–4 m/s² für schneebedeckte Fahrbahn.
- Eis 0,8 m/s²: Laut Highway Code (Regel 230) können Anhaltewege auf Eis und Schnee zehnmal so lang sein wie auf trockener Straße.
Reifen, Beladung, Gefälle und ABS verändern die Werte stark. Wer genauer rechnen will, wählt „eigene Verzögerung“.
Was die StVO verlangt
Nach § 3 Abs. 1 StVO darf nur so schnell gefahren werden, dass innerhalb der übersehbaren Strecke gehalten werden kann (Sichtfahrgebot); bei Sichtweiten unter 50 m durch Nebel, Schneefall oder Regen höchstens 50 km/h. Nach § 4 Abs. 1 StVO muss der Abstand zum Vorausfahrenden in der Regel so groß sein, dass auch bei plötzlichem Bremsen noch gehalten werden kann.
Rund ums Auto: Was die Fahrt kostet, zeigt der Spritkostenrechner, passende Reifen vergleicht der Reifengrößen-Rechner, und Stromkosten fürs Laden rechnet der E-Auto Ladekosten-Rechner.
Häufige Fragen
Wie berechnet man den Bremsweg mit der Faustformel?
Geschwindigkeit in km/h durch 10 teilen und das Ergebnis mit sich selbst malnehmen: Bei 50 km/h sind das 5 × 5 = 25 m, bei 100 km/h 10 × 10 = 100 m. Bei einer Gefahrbremsung halbiert man das Ergebnis.
Wie lang ist der Anhalteweg bei 50 km/h?
Nach der Fahrschul-Faustformel 15 m Reaktionsweg plus 25 m Bremsweg = 40 m, bei einer Gefahrbremsung 15 m + 12,5 m = 27,5 m. Physikalisch mit 1 s Reaktionszeit und 8 m/s² auf trockener Straße sind es rund 26 m.
Warum weicht die physikalische Rechnung von der Faustformel ab?
Die Faustformel für die normale Bremsung entspricht nur etwa 3,9 m/s² Verzögerung – eine moderne Vollbremsung auf trockenem Asphalt schafft mehr als 8 m/s². Die Faustformeln sind bewusst einfach und für die Prüfung gedacht.
Wie verändert sich der Bremsweg bei doppelter Geschwindigkeit?
Er vervierfacht sich, weil die Geschwindigkeit im Quadrat eingeht: 50 km/h → 25 m, 100 km/h → 100 m (Faustformel). Der Reaktionsweg verdoppelt sich dagegen nur.
Wie viel länger ist der Bremsweg bei Nässe oder Eis?
Der britische Highway Code nennt bei Nässe mindestens doppelte und auf Eis bis zu zehnfache Anhaltewege. Der Rechner zeigt deshalb alle Straßenzustände nebeneinander.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- § 3 Abs. 1 StVO: Straßenverkehrs-Ordnung – Geschwindigkeit, Sichtfahrgebot
- § 4 Abs. 1 StVO: Straßenverkehrs-Ordnung – Abstand
- Wikipedia – Bremsweg: Fahrschul-Faustformeln (Reaktionsweg, Bremsweg, Gefahrbremsung)
- Wikipedia – Bremsverzögerung: Anhaltswerte Pkw (trockener Asphalt > 8 m/s², Schnee 1–4 m/s²)
- The Highway Code – Rule 126 (stopping distances, two-second gap)
- The Highway Code – Rules 227 and 230 (wet: at least double; ice/snow: up to ten times)
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