Schriftarten kombinieren – Schriftpaare für Überschrift und Text
Wählen Sie ein Schriftpaar und sehen Sie sofort, wie Überschrift und Fließtext zusammen wirken – auf Wunsch mit eigenem Text. Alle Paare nutzen nur vorinstallierte Systemschriften: kein Nachladen, keine Anfrage an Google oder andere Server. Zu jedem Paar gibt es die Begründung, die gemessene x-Höhe und die Verfügbarkeit je Betriebssystem.
So wird gerechnet
So kombinieren Sie Schriftarten
Zwei Schriften passen zusammen, wenn sie sich deutlich unterscheiden, aber ähnlich gebaut sind. Der sicherste Weg ist der Kontrast aus Serifenschrift und serifenloser Schrift: Eine Schrift trägt die Überschriften, die andere den Fließtext. Zwei ähnliche Serifen- oder zwei ähnliche serifenlose Schriften wirken dagegen schnell wie ein Versehen.
Ebenso wichtig ist die x-Höhe – die Höhe der Kleinbuchstaben im Verhältnis zur Schriftgröße. Schriften mit großer x-Höhe (Verdana: 0,545 em) wirken bei gleicher Größe deutlich größer als Schriften mit kleiner x-Höhe (Calibri: 0,464 em). Liegen die x-Höhen eines Paars weit auseinander, gleichen Sie das über die Schriftgröße aus. Die Werte im Rechner stammen aus der OS/2-Tabelle der Windows-11-Schriftdateien.
Warum nur Systemschriften?
Systemschriften sind bereits auf dem Gerät installiert: Die Seite lädt schneller, der Text springt beim Laden nicht um, und es wird keine Anfrage an fremde Server gestellt. Werden Webfonts direkt von Google-Servern geladen, überträgt der Browser die IP-Adresse der Besucher – das Landgericht München I hat das 2022 als Datenschutzverstoß gewertet (Urteil vom 20.01.2022, Az. 3 O 17493/20). Wer eigene Webfonts nutzen will, sollte sie deshalb selbst hosten.
Font-Stack: warum mehrere Namen?
Keine Schrift ist auf allen Systemen vorhanden. Im CSS stehen deshalb mehrere Schriften hintereinander (Font-Stack); der Browser nimmt die erste, die installiert ist, und am Ende greift eine generische Familie wie serif oder sans-serif. Die Tabelle zeigt, welche Schrift auf Windows, macOS, iPhone/iPad und Android tatsächlich erscheint – laut den Schriftlisten von Microsoft und Apple sowie der Android-Schriftkonfiguration (abgerufen am 27.09.2026). Android kennt Georgia oder Verdana nicht und zeigt stattdessen Noto Serif bzw. Roboto; Linux-Distributionen bringen je nach Installation unterschiedliche Schriften mit.
Tipps für gut lesbaren Fließtext
- Fließtext am Bildschirm mit mindestens 16 px, besser 17–20 px setzen; Zeilenabstand etwa 1,5 bis 1,7.
- Überschriften deutlich größer (Faktor 1,6 bis 2) und fetter als den Text setzen – dann reicht schon eine einzige Schriftfamilie.
- Zeilen nicht länger als etwa 60 bis 80 Zeichen halten.
- Farbkontrast prüfen: Grauer Text auf Weiß ist schnell zu schwach – dafür gibt es den Kontrastprüfer.
Häufige Fragen
Welche Schriftarten passen gut zusammen?
Bewährt sind Paare aus einer Serifenschrift und einer serifenlosen Schrift, etwa Georgia mit Verdana, Palatino mit der Systemschrift oder Cambria mit Calibri. Wichtig sind ein klarer Kontrast und ähnliche x-Höhen.
Wie viele Schriftarten sollte eine Website haben?
Höchstens zwei: eine für Überschriften, eine für den Text. Eine dritte, etwa eine Monospace-Schrift für Code, nur wenn sie eine eigene Aufgabe hat.
Sind Georgia und Verdana auf allen Geräten verfügbar?
Auf Windows, macOS und iOS ja. Android bringt sie nicht mit und zeigt Noto Serif bzw. Roboto – deshalb gehört an das Ende jedes Font-Stacks eine generische Familie wie serif oder sans-serif.
Was ist die x-Höhe?
Die Höhe eines kleinen x im Verhältnis zur Schriftgröße. Eine große x-Höhe macht Text bei gleicher Größe besser lesbar, braucht aber mehr Zeilenabstand.
Darf ich Google Fonts einfach einbinden?
Direkt von Google-Servern geladen, wird die IP-Adresse übertragen; das LG München I hat das 2022 als Verstoß gegen die DSGVO gewertet. Sicherer: Systemschriften nutzen oder freie Schriften selbst hosten.
Wird mein Vorschautext gespeichert?
Nein. Eigene Überschriften und Texte bleiben nur in diesem Browserfenster. Gemerkt werden lediglich das gewählte Schriftpaar und die Schriftgröße.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- Microsoft Learn – Font List Windows 11 (Stand 21.04.2022, abgerufen 27.09.2026)
- Microsoft Learn – Font List Windows 10 (Stand 04.09.2020, abgerufen 27.09.2026)
- Apple Developer – System Fonts (macOS, iOS; abgerufen 27.09.2026)
- Android Open Source Project – fonts.xml (Schrift-Aliasse serif/sans-serif, abgerufen 27.09.2026)
- MDN Web Docs – font-family
Stand:
Passende Werkzeuge
- Kontrast-Checker nach WCAG 2.2Farbkontrast von Text- und Hintergrundfarbe prüfen: Kontrastverhältnis nach WCAG 2.2, Bewertung AA/AAA für normalen und großen Text sowie UI-Elemente.
- Farbpalette-GeneratorAus einer Basisfarbe passende Farben erzeugen: komplementär, analog, triadisch, Quadrat, split-komplementär oder monochrom – mit HEX-, RGB- und HSL-Werten.
- Lesbarkeitsindex berechnen (Flesch)Text einfügen und den Flesch-Lesbarkeitsindex berechnen – für Deutsch nach Amstad, für Englisch nach Flesch. Mit Satzlänge, Silben je Wort und Einstufung.
- Instagram-Schriftarten zum KopierenText in fett, kursiv, Schreibschrift, Fraktur und 20 weitere Schriften umwandeln und kopieren – für Instagram-Bio und Posts. Mit Barrierefreiheits-Tipp.
- Base64 kodieren und dekodierenBase64 und Base64url kodieren/dekodieren mit korrektem UTF-8, dazu URL-Encode/Decode (Prozent-Kodierung). Mit Fehlerprüfung, lokal im Browser.
- Meine BildschirmauflösungZeigt sofort Ihre Bildschirmauflösung, echte Pixel, Browserfenster (Viewport), devicePixelRatio, Seitenverhältnis und Breakpoint. Live, direkt im Browser.